Training fürs Gehirn

Life Kinetik ist eine noch relativ neue Methode, das Gehirn zu trainieren. Wirtschaft und Spitzensport greifen bereits darauf zurück. Im Kinderhort Freiraum in Hersbruck soll Life Kinetik ab Herbst Schülerinnen und Schüler beim Lernen unterstützen. Die erste Probandengruppe mit wissenschaftlicher Begleitung startet noch vor den Sommerferien. 

Zweimal wöchentlich will das Team um Hortleiterin Jeannette Hagel und Pädagogin Kathrin Amman, die sich zur Life Kinetik-Trainerin hat ausbilden lassen, mit Kindern daran arbeiten, die Gehirnzellen auf „Vordermann“ zu bringen: „Wir wollen mit den Übungen die Konzentrationsfähigkeit der Kinder verbessern und Freude am Lernen wecken“, sagt Jeannette Hagel.  

Viel ist dazu in den vergangenen Jahren im Hort Freiraum bereits passiert. Flexible Hausaufgabenzeiten und variable Lernräume helfen den Kindern dabei, ihren eigenen Lernmodus umzusetzen. Life Kinetik als spielerisches Training soll sie dabei zusätzlich unterstützen: In speziellen Übungen, die altersgerecht und spielerisch aufbereitet sind, trainieren die Kinder zwei Mal pro Woche für etwa eine halbe Stunde ihre Merkfähigkeit.  

Die Übungen sind darauf ausgerichtet, koordinierende, kognitive und visuelle Fähigkeiten miteinander zu verbinden. Im Idealfall entstehen damit ganz neue neurale Verbindungen zwischen den Gehirnzellen, sagt Carla Schmidt, die das Projekt wissenschaftlich begleitet. „Es geht darum, das Gehirn unbekannten Situationen und Reizen auszusetzen und damit zu stärken.“  

Die Masterabsolventin im Bereich Neurowissenschaften an der FAU Erlangen-Nürnberg wird die Probandengruppe aus etwa acht Kindern über zwölf Wochen hinweg begleiten und die Fortschritte dokumentieren. Am Ende gibt es eine Evaluation. Die Teilnahme an dem Projekt ist freiwillig. Das ist wichtig wegen der Motivation. Gerade bei Kindern sei die Chance, dass das Life Kinetik Training echte Erfolge zeige, sehr hoch, meint Carla Schmidt: „Zum einen ist das Gehirn noch in der Entwicklung. Zum anderen sind Kinder anders als Erwachsene noch sehr offen und vorurteilsfrei. Wir hoffen, da viel schlummerndes Potential zu wecken“.  

Ist die Projektphase erfolgreich, wird Life Kinetik in Zukunft ein fester Bestandteil der Bildungsarbeit im Hort Freiraum werden.

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