Kindgerechtes Training fürs Gehirn

Fit fürs Denken machen sich die Kinder des ASB Kinderhortes Freiraum in Hersbruck. Seit diesem Schuljahr gehören Life Kinetik Übungen zu ihrem Hortalltag.

Im Hausaufgabenraum des Hortes Freiraum sind die Stühle im Kreis aufgestellt. Auf dem Boden liegen Blätter, auf denen Bewegungsabfolgen aufgezeichnet sind. Pädagogin Kathrin Amman erklärt, was es mit den Piktogrammen auf sich hat und schaltet den CD-Player an. Rhythmisch beginnt die Gruppe von Kindern zwischen 6 und 10 Jahren zu klatschen und mit den Füßen zu stampfen. Arme links, Arme rechts, dann wieder die Beine, links, rechts – Koordination beider Gehirnhälften ist gefragt. Das ist gar nicht so leicht. „Wollen wir noch einen Versuch wagen, diesmal ein bisschen schneller?“ fragt die ausgebildete Life Kinetik Trainerin. Oja. Auch die nächste Runde klappt, auch die übernächste, doch dann wird es schwierig. Ein paar Kinder kommen nicht mehr mit. „Das macht gar nichts“, tröstet Kathrin Amman, „es geht darum, dass Du es versuchst.“

Life Kinetik ist eine noch relativ neue Methode, das Gehirn zu trainieren. Wirtschaft und Spitzensport greifen bereits seit einigen Jahren darauf zurück. Im Kinderhort Freiraum in Hersbruck entstand die Idee, Life Kinetik in den Alltag zu integrieren, als der Hort begann, das Hausaufgabenkonzept stärker auf die Bedürfnisse der Kinder abzustimmen. Flexible Hausaufgabenzeiten und variable Lernräume helfen den Kindern seit gut zwei Jahren dabei, ihren eigenen Lernmodus umzusetzen.

Da passte es gut, auch am Thema Konzentration zu arbeiten. Seit dem Frühjahr erprobte eine Testgruppe unter Anleitung der Neurowissenschaftlerin Carla Schmidt aus Reichenschwand die unterschiedlichen Übungen. In einer Einführungsveranstaltung im September hatten die Kinder und Eltern samt den bereits intern geschulten Pädagoginnen dann die Gelegenheit, die verschiedenen Trainings einen ganzen Nachmittag lang kennenzulernen. Parallel dazu lieferte Carla Schmidt kindgerecht aufbereitet einen kleinen theoretischen Exkurs in die Funktionsweise eines Gehirns.

Hortleiterin Jeannette Hagel ist von dem Konzept der Life Kinetik überzeugt. „Wir wollen mit den Übungen aber nicht nur die Konzentrationsfähigkeit der Kinder verbessern, sondern vor allem Freude am Lernen wecken“, sagt Jeannette Hagel. Die Teilnahme ist freiwillig, rund 20 Kinder haben sich in Abstimmung mit den Eltern angemeldet und trainieren zwei Mal pro Woche für etwa eine halbe Stunde ihre Merkfähigkeit. 

Mal werden Bälle jongliert, mal mit einem Laserpointer Farblinien auf der Wand gezogen. „Die Übungen sind darauf ausgerichtet, koordinierende, kognitive und visuelle Fähigkeiten miteinander zu verbinden. Im Idealfall entstehen damit ganz neue neurale Verbindungen zwischen den Gehirnzellen, sagt Wissenschaftlerin Carla Schmidt. „Bei Kindern gibt es da noch ein  großes Potential.“  Für Pädagogin Kathrin Amman, stehen vor allem der Spaß und die Freude im Vordergrund. „Wenn man dabei noch die Gehirnzellen auf „Vordermann“ bringen kann, ist das doch super.“  

Zurück