Gemeinsam gestalten, was Kindern guttut: Endspurt für Eröffnung des Kinderhauses „Wunderschön“
Ein neues Haus, ein eingespieltes Leitungsteam und ganz viel Raum zum Entdecken, Lernen und Wachsen: Im September öffnet das neue ASB-Kinderhaus „Wunderschön“ in Heuchling seine Türen. Die Leitung übernehmen Eva Salinger und Daniela Radtke. Die beiden arbeiten bereits seit einem Jahr als Leitungsteam zusammen, kennen die Stärken der jeweils anderen und wissen, was ihnen in ihrer gemeinsamen Arbeit besonders wichtig ist.
Nun freuen sich die beiden Pädagoginnen darauf, gemeinsam mit ihrem zwölfköpfigen Team ihre Erfahrungen, Ideen und vor allem ihre gemeinsame pädagogische Haltung in das neue Kinderhaus einzubringen. Ihr Wunsch: Das Kinderhaus „Wunderschön“ soll ein Ort sein, an dem sich Kinder, Familien und Mitarbeitende gleichermaßen gesehen, wertgeschätzt und willkommen fühlen.
Die Kleinsten sensibel ins Leben begleiten
Eva Salinger hat ihren pädagogischen Schwerpunkt auf den Krippenbereich gelegt. Gerade die ersten Lebensjahre sind für die studierte Kindheitspädagogin eine ganz besondere Zeit: Man ist als Beziehungsperson sehr gefragt, jeden Tag gibt es etwas Neues zu entdecken, Beziehungen entstehen und aus kleinen Schritten werden nach und nach große. „Mir liegt am Herzen, dass die jüngsten Kinder in den Stunden in der Krippe die Zeit und Sicherheit haben, die sie brauchen, um in ihrem eigenen Tempo die Umwelt zu entdecken“, sagt die 27-jährige Pädagogin. „Für Krippenkinder ist jeder Tag voller erster Male. Sie staunen über kleine Dinge. Das ist immer wieder wunderbar zu beobachten. Ich liebe die Arbeit in der Krippe deshalb besonders.“
Stark für das Leben – und für die Schule
Daniela Radtkes pädagogischer Schwerpunkt sind die Kindergartenkinder. Gemeinsam mit dem pädagogischen Team begleitet sie diese dabei, immer selbstständiger zu werden, eigene Ideen zu entwickeln, Lösungen zu finden und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu gewinnen. Denn für sie bedeutet Vorbereitung auf die Schule weit mehr als Zahlen und Buchstaben.
„Es geht darum, Kinder stark für das Leben zu machen“, sagt die 42-jährige Lauferin, die als pädagogische Fachkraft und ausgebildete Kinderpflegerin mehr als 20 Jahre Berufserfahrung mitbringt. „Dazu gehört, dass die Kinder wissen, dass sie gut sind, so wie sie sind. Gleichzeitig möchte ich, dass sie neugierig sind, sich etwas zutrauen und erfahren: Ich kann das schaffen. Sie sollen lernen, eigene Entscheidungen zu treffen, mit anderen umzugehen und auch mit Herausforderungen zurechtzukommen. Wenn sie dieses Vertrauen in sich selbst mitnehmen, haben sie eine gute Grundlage für die Schule – und für vieles, was danach kommt.“
Zwei Perspektiven, eine gemeinsame Haltung
Seit einem Jahr arbeiten die beiden Pädagoginnen bereits im bisherigen Kinderhaus in der Bergfriedstraße Seite an Seite und teilen sich die Leitungsaufgaben. In dieser Zeit haben sie gemeinsame Abläufe entwickelt und erlebt, wie gut sich ihre unterschiedlichen Persönlichkeiten, Erfahrungen und pädagogischen Schwerpunkte ergänzen. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, Aufgaben nach den jeweiligen Stärken verteilt und unterschiedliche Blickwinkel ganz bewusst genutzt. Eine Haltung verbindet beide besonders: der Blick auf die individuellen Stärken und Möglichkeiten jedes Kindes.
„Unsere Arbeit ist grundsätzlich ressourcenorientiert. Das bedeutet: Der Blick richtet sich nicht zuerst auf das, was ein Kind noch nicht kann, sondern auf all das, was es mitbringt“, fassen Eva Salinger und Daniela Radtke das Leitbild zusammen. „Jedes Kind hat seine eigene Persönlichkeit, seine eigenen Fähigkeiten, Interessen und Tempo. Und jedes Kind ist genau damit willkommen. Kinder müssen bei uns nicht in eine bestimmte Form passen. Wir möchten jedes Kind wirklich kennenlernen und herausfinden: Was macht es aus? Was kann es gut? Wofür begeistert es sich? Das verstehen wir unter guter Kindheitspädagogik.“
Was beide ebenso verbindet, ist der Wunsch nach einem achtsamen und wertschätzenden Miteinander. „Wir möchten nicht nur darauf schauen, was im Alltag erledigt werden muss, sondern vor allem auf die Menschen, mit denen wir arbeiten und denen wir begegnen, z.B. den Eltern. Uns ist wichtig, zuzuhören und offen miteinander zu sprechen. Kinder sollen sich bei uns genauso gesehen fühlen wie ihre Eltern und unsere Mitarbeitenden.“
Ein Haus, das neugierig macht
Der Neubau neben der Grundschule Heuchling bietet viele Möglichkeiten, diese pädagogischen Ideen mit Leben zu füllen. Dabei ist das neue Kinderhaus mehr als nur ein neues Gebäude. Für Stefan Müller von den ASB-Wunderkindern ist es ein Neuanfang für die Familien in Heuchling.
„Der Altbau wurde den Anforderungen an eine zeitgemäße pädagogische Arbeit nur noch bedingt gerecht. Nach Jahrzehnten in den alten Räumen ist der Neubau deshalb ein wichtiger Schritt für Heuchling. Er schafft nicht nur zeitgemäße Bedingungen für die pädagogische Arbeit, sondern eröffnet Kindern und Fachkräften ganz neue Möglichkeiten, den KiTa-Alltag gemeinsam zu gestalten,“ betont der Geschäftsstellenleiter für die Kindertagesstätten beim ASB.
Kurze Wege, vertraute Gesichter: die Grundschule direkt nebenan
Ein besonderer Mehrwert des neuen Kinderhauses „Wunderschön“ ist die direkte Nähe zur Grundschule Heuchling. Für Kinder und Familien entstehen dadurch nicht nur kurze Wege, sondern auch Möglichkeiten für Begegnung und Austausch. „Uns ist wichtig, dass der Übergang vom Kindergarten in die Schule nicht plötzlich passiert. Die Kinder haben so die Gelegenheit, die Schule schon früh kennenzulernen und neugierig auf das zu werden, was sie dort erwartet“, betonen Daniela Radtke und Eva Salinger.
Die pädagogische Arbeit in der KiTa „Wunderschön“ basiert auf einem teiloffenen Konzept. Es gibt feste Gruppen, gemeinsame Rituale geben dem Tag Struktur und schaffen Verlässlichkeit. Gleichzeitig bleibt viel Freiraum für die eigenen Interessen und Ideen der Kinder. „Der Morgenkreis bildet bei uns den gemeinsamen Start in den Tag. Auch das Mittagessen und die Verabschiedung werden miteinander gestaltet. Diese Rituale schaffen Gemeinschaft und geben den Kindern Orientierung und Sicherheit“, erläutert Evelyn Kittel-Kleigrewe, die als Leitungs-Coach und Mentorin für die ASB-Wunderkinder tätig ist und den Umzug in das neue Haus begleitet.
Dazwischen bleibt reichlich Zeit für das, was die Kinder gerade interessiert. Im Freispiel können sie selbst entscheiden, womit und mit wem sie sich beschäftigen möchten und welche Bereiche sie entdecken wollen. Die pädagogischen Fachkräfte sind dabei aufmerksame Begleiterinnen und Begleiter. Sie beobachten, hören zu und nehmen wahr. Interessen werden aufgegriffen und durch Materialien, Impulse oder gemeinsame Projekte unterstützt.
Der Neubau in der Schulstraße bietet dafür räumlich viele Möglichkeiten. In der Werkstatt dürfen Ideen Gestalt annehmen. Hier kann geplant, gebaut, konstruiert und experimentiert werden – und manchmal gehört auch die Erfahrung dazu, dass etwas beim ersten Versuch noch nicht funktioniert. In der Kinderküche im ersten Stock wird ab September geschnippelt, gerührt, gebacken. Auf der Theaterbühne dürfen die Kinder in andere Rollen schlüpfen, ihrer Fantasie freien Lauf lassen und sich spielerisch ausprobieren. Und dann ist da noch der große Garten: ein Ort zum Bewegen und Spielen, zum Beobachten und Forschen, für Naturerfahrung und jede Menge Spaß.
Ende September wird das Kinderhaus „Wunderschön“ offiziell eingeweiht. Dann beginnt auch ganz offiziell ein neues Kapitel für Kinder, Familien und das pädagogische Team in Heuchling.