„Die Grundidee ist noch immer die gleiche“
Geschäftsführer Konrad Eitel vom ASB Nürnberger Land im Gespräch
Herr Eitel, vor 100 Jahren, im Oktober 1911, gründeten Samariter die Kolonne Lauf, aus der der heutige Regionalverband Nürnberger Land hervorgegangen ist. Was ist von der Idee der Pioniere heute noch da?
Konrad Eitel: Ich denke, sehr viel. Auch heute bemühen wir uns täglich, unserem Leitsatz „Wir helfen hier und jetzt.“ gerecht zu werden, wenn auch mit anderen Mitteln, als es unsere Gründerväter getan haben. Unsere Dienstleistungen haben sich in den letzten Jahrzehnten verändert und erweitert, neben den Ehrenamtlichen unterstützen uns Voll- und Teilzeitmitarbeiter in unserer Arbeit. Doch es ist immer noch unsere Philosophie, Menschen zu helfen, und das scheitert bei uns im Notfall auch nicht am Bezahlen einer Gebühr.
Doch dafür brauchen wir heute mehr denn je Mitgliedsbeiträge und Spenden und natürlich die Arbeit der Ehrenamtlichen. Wir sind deshalb all denjenigen, die uns unterstützen, dankbar.
Es gab in den letzten Jahrzehnten viele Umbrüche. Wo steht der ASB Nürnberger Land heute?
Wir sind ein moderner Regionalverband mit einem breiten Spektrum an Dienstleistungen, auf das wir stolz sind. Vor allem im Bereich der Kindertagesstätten haben wir in den vergangenen Jahren große Kompetenz erworben, wir betreuen Kinder im gesamten Landkreis, von den vier Horten angefangen bis hin zur Mittagsbetreuung an den Schulen. Unser Rettungsdienst verzeichnet steigende Einsatzzahlen, die sozialen Dienste sind gut gebucht – wir werden also gebraucht und arbeiten permanent an unserer Qualität.
Sind Sie also zufrieden mit der aktuellen Situation?
Irgendwer hat einmal gesagt, man wird nicht spitze, wenn man zufrieden ist. Das sehe ich auch so. Wir hatten sehr gute Jahre, doch die Zeiten werden härter, der Konkurrenzdruck nimmt zu. Wir müssen uns also anstrengen, um auch in Zukunft gut zu bestehen, und brauchen neue Ideen und neue Standbeine.
Gibt es konkrete Pläne?
Konkrete Pläne noch nicht, doch wenn man sich die Bevölkerungsentwicklung anschaut – die Menschen werden immer älter – muss man natürlich auch an den Bereich der stationären/teilstationären Pflege denken. Unser Landkreis hat bereits ein dichtes Netz an sozialen Einrichtungen, hier gilt es, bestehende Kooperationen auszubauen und neue zu schließen.
Wenn Sie an die Zukunft denken, wo sehen Sie den Regionalverband in 20 Jahren, was wünschen Sie sich, etwa von der Politik?
In erster Linie wünsche ich mir verlässliche Rahmenbedingungen, denn nur so können wir auch in die Zukunft planen, soziale Angebote entwickeln und gestalten. Wenn der Kostendruck weiter zunimmt und Billigkonkurrenz in den Markt drängt, wird es für uns schwer. Denn wir sehen uns nicht nur als betriebswirtschaftliche Einheit, sondern wollen unsere Mitarbeiter auch zu vernünftigen Konditionen beschäftigen.
Deshalb sind wir als ASB-Regionalverband gefordert, auch politisch zu agieren und zu sagen, was wir brauchen und wollen.
Das Motto des Regionalverbandes im Jubiläumsjahr heißt „aktiv-sozial-bewährt“. Wenn Menschen im Nürnberger Land das lesen, dann können sie sicher sein, dass ...
... wir die Idee unserer Gründerväter nicht vergessen haben und Ihnen auch in Zukunft nach Kräften ein guter Partner sind – egal, was sie von uns brauchen.
